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Heimatverein bemüht sich um Verwurzelung

Neue Ausstellung in Karl-Marx-Straße 117/Jägerstieg im Visier

 

KLEINMACHNOW. Gut besucht war die Eröffnung der zweiten Ausstellung des Heimatvereins und der Museumsinitiative in der Karl-Marx-Straße 117. Sie trägt den Titel „Wurzeln“ und lässt noch bis zum 1. Oktober entsprechend tief blicken, wobei Kunst und Botanik in dem charmanten Haus benachbart sind.

Kindern hilft im Garten sogar eine riesige freigelegte Birkenwurzel beim Staunen und Begreifen.
Die von der Gemeinde für das Projekt engagierte Kuratorin Alexis Hyman Wolff hat die Ergebnisse der öffentlichen Museums-Werkstatt zusammengestellt und mit Texttafeln versehen. Das Thema Wurzeln begeistert sie: „Wir zeigen, wie es war, als Familien in Kleinmachnow Wurzeln schlugen.“
Siedeln in der Sommerfeldsiedlung vor 80 Jahren ist mit historischen Dokumenten und Fotos zentral in der ehemaligen Küche des Sommerfeld-Verkaufsbüros dargestellt. Der ehemalige Büroraum dient in den kommenden Wochen als russische Teestube. Maler Fridolin Frenzel hat zur Bereicherung seine ersten drei Gemälde, die er in Kleinmachnow geschaffen hat, zur Verfügung gestellt. Der andere Hingucker ist die „Wunderkammer“: Künstlerin Julia Ehrt hat hier Brombeerhecken-Wurzeln aus ihrem Garten liebenswertes Leben eingehaucht. Daneben hat der Heimatvereinsvorsitzende und Naturwissenschaftler Axel Müller botanische Fakten auf Schautafeln zusammengetragen. Dazu sind Fotos von weit zurückliegenden privaten Gartenerinnerungen im Obergeschoss zu sehen und viele Fotos des Ortschronisten und Naturliebhabers Dieter Melhardt. Heimatvereins-Vorstand Rudi Mach stellt in Archiven gefundene historische Pläne der Landschaftsarchitektin Herta Hammerbacher für die Anlage rund um die Hakeburg aus.
Zur Eröffnung der Ausstellung teilte der Vorstand des Heimatvereins mit, dass ihm das Haus für ein Museum zu klein sei. In einer Pressemitteilung heißt es aber auch, dass nicht alle Mitglieder des Heimatvereins diese Ansicht teilen und dass nicht alle in die von der Gemeinde bereits gekaufte und 2018 frei werdende  Kirche im Jägerstieg ziehen möchten. Gesine Michalsky

 

Foto: GM

 

Ressort: Kultur