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„Bürgerinitiative Annawache“ tritt vor GVV

Mit Unterschriften Druck auf die politisch Verantwortlichen

STAHNSDORF. „Wann interessiert die Bürgermeinung überhaupt noch die politisch Verantwortlichen?“ fragte Ronny Hübner von der Feuerwehr enttäuscht und Dietmar Otto (SPD) antwortete trocken: „Immer“. Diesen Eindruck vermittelte die Gemeindevertretung in der letzten Sitzung allerdings nicht.

Gekommen waren so viele Kameraden, dass der Zuschauerraum bis in den Flur besetzt war. Nach jahrelangen Querelen um den Standort war die „Bürgerinitiative Annawache“ angerückt, um Druck zu machen. Sie brachten über 900 Unterschriften mit, aber Ronny Hübner bekam wieder keine stichhaltige Antwort auf die Frage, warum das Waldstück am Güterfelder Damm immer noch im Gespräch sei, obwohl nicht nur die Feuerwehr, sondern auch Umweltschützer und Menschen, die rechnen könnten, dagegen seien.

Stattdessen kam es am späteren Abend zu einer Zuspitzung. Die „Abgabe eines Angebots“ für den Erwerb dieses Grundstücks wurde öffentlich zur Abstimmung gebracht. Ortswehrführer Thomas Steinecker fragte die Gemeindevertreter lapidar: „Können Sie es sich leisten, ohne Feuerwehr auszukommen?“ 13 Kommunalpolitiker, federführend die CDU-Fraktion, sprachen sich dafür aus, sodass der Bürgermeister ein Kaufangebot machen wird.

Die Annawachen-Gegner erklärten allerdings, sie wollten am genannten Ort das Depot, auch wenn das Verfahren insgesamt drei Jahre dauern würde. Und ob die für die Annastraße definierte Förderung von 60 Prozent durch den Landkreis auf dieses Grundstück übertragbar ist, blieb ebenfalls fraglich.

Die Kameraden reagierten entsetzt. Ein Feuerwehrmann gab sofort nach der Abstimmung aus Protest seinen Pieper ab.

Bürgermeister Albers betonte einen Tag später: „Es herrscht Einigkeit über einen Neubau.“ Er bevorzugt ein „Schnellbaurecht“ für die Annastraße, dann könnte in drei Monaten Baubeginn sein. „Wald zu kaufen, ist eine gute Sache. Nur wozu und zu welchem Preis, ist eine andere.“. Bernd Albers kündigte an, den Wald bewerten zu lassen. Das Ergebnis könnte eine Richtschnur für weitere Waldstücke sein.

Auf der Webseite www.annawache-stahnsdorf.de können sich Interessierte über die Bürgerinitiative informieren, in der Kameraden, Gemeindevertreter und Stahnsdorfer agieren. Für sie gibt es keinen besseren Standort als die Annastraße: Sie ist für die Kameraden schnell erreichbar und eine ungehinderte Abfahrt zum Einsatzort ist garantiert. Da ein Neubau nur 3.000 der vorhandenen 16.000 qm Fläche benötigt, wären zusätzliche Nutzungen möglich. Christiane Oehlmann

 

Foto: CO

 

Ressort: Politik, Regionales

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