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Baeke Stapel260520Die aktuelle Ausgabe:

BÄKE Courier Nr. 5/2020 vom 26. Mai 2020.

Alte BÄKE Courier-Ausgaben bis 2019 und ab 2020 aus dem Archiv lesen


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Wenn die Pflege der Eltern ein Betreuungsfall wird

Lokaljournalistin schreibt über eigene Erfahrungen und klärt auf


KLEINMACHNOW. „Albtraum Betreuung – Was passieren kann, wenn Sie zum Betreuungsfall werden“: Der Erfahrungsbericht der Kleinmachnower Lokaljournalistin Heidrun Lange bewegt, weil sie in ihrem frisch erschienen Buch ein Tabu-Thema anspricht und weil sie mit ihrer Familiengeschichte zeigt, dass es jeden treffen kann.

Im Mittelpunkt steht der Pflege-Albtraum, den Autorin Lange mit ihren Eltern erlebt und in einem Tagebuch festgehalten hat. Den sehr persönlichen Erlebnisbericht hat die Autorin an schwierigen Situationen ergänzt durch aufschlussreiches Fachwissen von der Pflegeexpertin Adelheid von Stösser und vom Professor für Betreuungsrecht, Volker Thiele. Aber auch eine sogenannte Alltags-Pflegerin für Demente berichtet von ihren beruflichen Nöten. Umfangreiche Recherchen und Interviews zu dem brisanten Thema, gut lesbar zusammengefasst, können wie ein Nachschlagewerk verwendet werden. Kontaktadressen und Tipps zur Vorsorge runden das Sachbuch ab. „Mein Anliegen ist es aufzuklären, wie schnell es gehen kann, dass ein externer Betreuer vom Gericht bestellt wird“, erklärt Heidrun Lange. „Ich war dem Betreuungssystem willkürlich ausgesetzt, aber rechtzeitige Vorsorge hätte mir das alles erspart“, ist sich die Kleinmachnowerin sicher. Der Albtraum der Familie Lange zieht sich von 2014 bis 2016 – hier ein kleiner Einblick: Der Vater liegt im Heim, die Mutter ist dement, ihr Bruder kümmert sich nicht um die Eltern, möchte aber alleine alles regeln. Eine Betreuungsverfügung haben die Eltern nicht parat. Erst kommt es darüber zum Streit, dann setzt die Amtsrichterin einen rechtlichen Betreuer ein. In dicken Ordnern hat Heidrun Lange die Fürsorge für die demente Mutter dokumentiert, es nutzt nichts, die Richterin rückt nicht von ihrer Entscheidung ab. Zwischen dem Betreuer und Familie Lange funktionierte die Kommunikation nicht, die zuständige Amtsrichterin stand auf Seiten des Betreuers, beschreibt Lange die damalige Ausgangslage aus ihrer Sicht. Sogar die Staatsanwaltschaft meldete sich und stellte Strafanzeige wegen unberechtigter Kontobewegung – dabei habe man nur versucht, die Miete der Eltern zu bezahlen. Beide Eltern wurden de facto entmündigt und bekamen denselben rechtlichen Betreuer vom Amtsgericht zugewiesen. „Als mein Vater schwer erkältet war, wollte ich mit ihm zum Arzt. Der Betreuer war nicht erreichbar und seine Chipkarte durfte die Heimleitung mir nicht geben. Wir gingen trotzdem zum Arzt, der uns zum Glück half“, erinnert sich Lange. Die Physiotherapie für den Vater bestellte der Betreuer ab – sie sei zu teuer. Ihre Beschwerden beim Amtsgericht, schreibt Lange, wurden nicht beantwortet – und es kam noch schlimmer. Als Nächstes brauchte auch die Mutter einen Heimplatz. Die Eltern landeten gemeinsam in einer trostlosen Einrichtung, wie sie schnell bemerkten, so Lange. Dann kam der Paukenschlag: die Trennung der Eltern. Ganz unsanft, denn der Heimleiter rief die Polizei, weil der Vater die Mutter geschlagen haben soll. Auf Nachfragen erfährt die Tochter: Die Polizei kannte diese Einsätze schon in diesem Heim, aber Gerüchte verfehlen nicht ihre Wirkung und die beiden Senioren blieben monatelang füreinander unerreichbar und beklagen sich darüber bei der Familie. Sie wussten lange nichts davon, dass sie auf unterschiedlichen Etagen untergebracht waren, Besuche oder gemeinsame Ausflüge untersagte die Heimleitung, so erlebten Langes den Pflege-Albtraum. Der Betreuer behauptete das Gegenteil und Heidrun Lange, ihrem Ehemann und der Tochter drohte man sogar mit Zutrittsverbot zum Heim. Dann die Erleichterung: Der Betreuer wechselte und ein neues Heim wurde in Kleinmachnow gefunden, die Eltern durften wieder Zeit und Zimmer miteinander teilen. Kurz nacheinander starben sie. „Selbstbestimmung und Qualität der Heime müssen im Interesse der Betreuten verbessert werden“, dafür setzt sich Heidrun Lange seit ihren Erlebnissen mit ihrem empfehlenswerten Buch ein. Und sie legt Wert darauf, dass nicht alle Betreuer schlechte Arbeit leisten. Wenn doch, muss man sich wehren. Gesine Michalsky

 

Foto: GM

 

Ressort: Senioren, Soziales

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  • Unübersichtliche Verkehrsregelungen

    Schilderwald für Schnell-Leser

    STAHNSDORF. Die L77neu ist endlich eröffnet worden, nachdem es durch Klagen zu jahrelangen Verzögerungen beim Bau gekommen war. Die gut ausgebaute Strecke führt nun vom Stahnsdorfer Hof bis zur L40 Höhe Marggrafshof und soll helfen, den innerörtlichen Verkehr aus dem Ort herauszuführen.

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  • Wasserwerke gut gerüstet

    Zahlen des Wasserzweckverbandes „Der Teltow“ zeigen verändertes Verhalten im Corona-Stillstand

    KLEINMACHNOW. Wenn es wie in den vergangenen Wochen aufgrund der Corona-Pandemie nur noch einen Lebensmittelpunkt gibt, nämlich die eigenen vier Wände, dann erhöht sich der Konsum von Trinkwasser in den Haushalten in TKS.

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  • „Die Imkerei macht süchtig“

    Hilfreich verbunden: Imker in TKS bauen Internetpräsenz aus/ Frischer Wind im Imkerverein mit dem neuen Vorsitzenden Martin Karabensch

    GÜTERFELDE. Für die Imker in unserer Nachbarschaft beginnt nun die Haupttracht mit der Robinie. Die Honig-Saison in unserer Region geht erst zu Ende, „wenn die Linden blühen, dann ernten die Bienen ihren Nektar noch einmal an einer Massentracht ab“, erklärt der neue Vorsitzende des Imkervereins Region Teltow e. V., Martin Karabensch, „danach stellen die Bienen das Nektarsammeln für dieses Jahr langsam ein“.

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  • 85 Jahre Siedlungskirche

    Pfarrer Karzek entdeckt historische Bedeutung seines Vorgängers

    TELTOW. Der ehemalige Teltower Pfarrer Thomas Karzek (siehe BC 09/18) hat sich an die hiesige Kirchengeschichte gewagt: Zum 85. Jubiläum der Siedlungskirche in der Mahlower Str. 150A hat er Artikel zum Wirken des Pfarrers Hans Böhm geschrieben und auch eine Wikipedia-Seite angelegt.

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  • Flexibilität ist das A und O

    Mädchentreff bietet Arbeit in kleinen Gruppen an

    TELTOW. „Wir dürfen wieder öffnen!“ Es ist schwer zu beschreiben, wie viel Freude in diesem einen Satz von Janke Rehse mitschwingt. Nur kurz unterbricht die Leiterin der MädchenZukunftsWerkstatt (MZW) den Frühjahrsputz, mit dem die Räumlichkeiten in der neuen Wohnstadt auf Hochglanz gebracht werden sollen.

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  • Kamenzer Damm: Zeit drängt

    Extra-Förderung für Viertel noch vor Bahnhofsbau

    LANKWITZ. Noch vor dem kommenden Bahnhofsbau kann für das Viertel am Kamenzer Damm Extra-Förderung beantragt werden.

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  • „Der Kampf geht bis heute“

    Dem Biologen Dr. Gerhard Casperson zum 90. Geburtstag

    KLEINMACHNOW/REGION. Am 19. März wurde der Biologe Dr. Gerhard Casperson 90 Jahre alt. Der BÄKE Courier traf den Naturschützer im Wald am Machnower See unterhalb der Hakeburg.

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