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Baeke Stapel260219Die aktuelle Ausgabe:

BÄKE Courier Nr. 03/2019 vom 26. Februar 2019.

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Platz zum Feiern gesucht

Jugendliche demonstrierten am Gemeindezentrum

 

STAHNSDORF/REGION. Seit vielen Jahren treffen sich jugendliche Rave-Fans an verschiedensten Orten, meist in Wäldern und auf verlassenen Plätzen, eigentlich fernab von Wohngebieten, um ihrer Leidenschaft, elektronischer Musik, zu fröhnen.

Aber die lauten, oft verzerrten und harten Bassdrums dringen durch die Nacht und erreichen doch den einen oder anderen Anwohner, der dann die 110 wählt. Nicht selten werden diese – eigentlich illegalen – Partys von der Polizei aufgelöst.
Seit geraumer Zeit besteht bei einigen Veranstaltern der Wunsch nach einem offiziellen Veranstaltungsort für kostenlose, unkommerzielle, elektronische Tanzveranstaltungen. Am 7. Juli demonstrierten Veranstalter und Fans der Szene, zum Teil von ihren Eltern unterstützt, auf der Wiese am Gemeindezentrum.
Für das Protokoll war es eine Demo, aber eigentlich war es eine Demonstration dessen, was Jugendliche in der Lage sind, selbstständig auf die Beine zu stellen.
Auch einige Gemeindevertreter waren vor Ort. Auf die Frage, ob, und wenn ja, wann und wo die Jugendlichen einen adäquaten Platz zugewiesen bekommen könnten, äußerte sich Bürgermeister Bernd Albers: „Wir haben einen Platz bei der Motorcross-Strecke in Schenkenhorst. Wir sind derzeit am Prüfen, ob wir einen Shuttle, vielleicht für den Rückweg, einrichten können, damit die Jugendlichen auch sicher wieder nach Hause kommen, vielleicht zweimal im Jahr. Das ist das, was wir aktuell prüfen. Einen Bürgersaal habe ich bereits 2011 vorgeschlagen, der ist blockiert worden – in der Umsetzung durch die Parteien in Stahnsdorf, aber ich werde nicht aufgeben, einen Ort für Veranstaltungen in Stahnsdorf zu schaffen."
Nun – ein Bürgersaal, Bürgerhaus, auch die beiden Säle in den Rathäusern von Teltow und Kleinmachnow sind die wohl denkbar ungeeignetsten Locations für Open Air-Veranstaltungen, auf denen Rave-Musik gespielt wird. Außerdem sind Raver nachtaktiv, das heißt, diese Tanzveranstaltungen beginnen erst spät am Abend und dauern bis in die Morgenstunden des nächsten Tages. Alles Gründe, die gegen Veranstaltungssäle und -orte in Wohngebieten und öffentlichen Gebäuden sprechen.
Ein junggebliebener Erwachsener, der die Jugendlichen unterstützt und bei Bedarf Gespräche mit den Ordnungshütern führt, brachte es auf den Punkt: „In Halle gibt es z.B. einen Bürgermeister, der vor fünf Jahren einen Platz für unkommerzielle Veranstaltungen ausgerufen hat. Es dürfen keine Bühnen gebaut werden, es darf nichts verkauft werden, maximal 95 Dezibel Lautstärke, maximal 500 Personen, und am nächsten Tag muss bis 10 Uhr aufgeräumt sein. Fünf Punkte – total einfach."
Noch gibt es in unserer – von starkem Zuzug geprägten Region – Möglichkeiten, einen offiziellen Standort für Open Air-Veranstaltungen dieser Art zu finden. Nur fünf Punkte, die es zu beachten gilt – eigentlich total einfach. Claudia Anschütz

 

Foto: CA

 

Ressort: Kultur, Politik, Jugend

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