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Vertrag unterzeichnet

Rudong in China ist Teltows vierte Partnerstadt

 

TELTOW. Zu einer nicht alltäglichen Dienstreise startete Anfang Februar eine Delegation aus Teltow:

Vom 8. bis  13. Februar hielten sich Bürgermeister Thomas Schmidt mit zwei Stadtbediensteten und die SVV-Vorsitzende Andrea Scharrenbroich sowie als Vertreter der Fraktionen Laura Adebahr (SPD), Ronny Bereczki (CDU), Reinhard Frank (LINKE/Umweltaktive/BfB/Piraten) Hans-Peter Goetz (FDP/LT), Rolf Kasdorf (B.I.T.) und Eberhard Adenstedt (B90-Grüne) in China auf. In Rudong, einer über 1,2 Millionen Einwohner zählenden Region nahe der Metropole Shanghai, wurden die Teltower freundlich empfangen. Auf der Tagesordnung standen Besichtigungen von Unternehmen, einem Gewerbepark und dem für Rudong bedeutenden Industriehafen. Einen Einblick in die exotische Kultur des Landes erhielten die Gäste bei einer anmutigen und farbenprächtigen Vorführung der einheimischen Artistenschule.
Dies alles war jedoch Beiwerk zum eigentlichen Anliegen der Reise: Mit dem Votum der Stadtverordnetenversammlung in der Tasche galt es, einen Städtepartnerschaftsvertrag mit der chinesischen Region zu  unterzeichnen. Darum hatte sich Rudong bemüht, nachdem die zuvor interessierte Millionenstadt Langfang  abgesprungen war. Bürgermeister Thomas Schmidt äußerte sich nach dem offiziellen Akt zufrieden darüber, in Sachen Völkerverständigung nun über Europa hinaus bis nach Asien gelangt zu sein. Beide Seiten seien überaus interessiert, auf verschiedenen Gebieten zusammenzuarbeiten. So will der chinesische Partner in Teltow eine Mehrzweckhalle errichten. Um weitere Aktivitäten voranzubringen, wurden  sechs Vereinbarungen aus den Bereichen Bildung Kultur und Wirtschaft unterzeichnet.
Für die Teltower Delegation waren die Tage in China in vielerlei Hinsicht lehrreich. Rolf Kasdorf musste beispielsweise sein Chinabild, das auch durch die Medien in Deutschland geprägt war, verwerfen und komplett erneuern und seine Bedenken zu dieser Städtepartnerschaft revidieren. Beeindruckt zeigt er sich von der Wirtschaftskraft der Region und der in den vergangenen 25 Jahren neu entstandenen Infrastruktur.
Betrachtet man die die Größe der Länder in Verhältnis, so kann Rudong durchaus mit Teltow verglichen werden: Beide Städte liegen in der Nähe von Metropolen -  Shanghai und Berlin. Beide Städte haben Potential auf technologischem Gebiet, welches gemeinsame Entwicklungen zum Beispiel im medizinischen Bereich ermöglichen würde. Beide Städte setzen auf Nachhaltigkeit und bauen auf regenerative Energie.
Wie kann die neue Städtepartnerschaft konkret mit Leben erfüllt werden?
Kasdorf sieht eine Zusammenarbeit vor allen auf offizieller Ebene über die Stadtverwaltung und weniger auf persönlichen Kontakten aufgebaut.
 „Ich denke, dass sie nicht durch gegenseitige jährliche Besuche geprägt sein wird. Aber vielleicht gelingt mit der nötigen Förderung ein Schüleraustausch“, meint Ronny Bereczki. Einer der Schwerpunkte liege sicher im wirtschaftlichen Austausch. Hier könnten sich Möglichkeiten für Teltower Unternehmen ergeben. Für ihn sei es wichtig, in einer globalisierten Welt sich bietende Chancen zum beiderseitigen Vorteil zu nutzen.
Reinhard Frank als stellvertretender Vorsitzender von „Teltow ohne Grenzen“ fasste ins Auge, inwieweit sich der Verein einbringen könnte. Im Vordergrund sehe er weniger die wirtschaftliche Seite als die Möglichkeit, Beziehungen zwischen den Menschen und ihren Kulturen zu fördern.
„Es geht vorrangig um die Verständigung der Völker. Der Austausch von Informationen dürfte hierbei das Wichtigste zu sein“, meinte er. Er sehe Möglichkeiten auf sportlichem, kulturellem, schulischem und künstlerischem Gebiet. Auch wenn die Entfernung nur über den Luftweg gut zu überwinden sei, stelle das keine Hürde dar. Gedacht sei vor allem an junge Menschen, denen heute die Welt offen steht. Wenn eine chinesische Stadt als Partner für diese Art Austausch dabei an der Seite von Teltow stehe, sollte diese Möglichkeit auch genutzt werden.
Wenn im Juni eine Delegation aus Rudong zum Gegenbesuch eintrifft, wird in Teltow ebenfalls der feierliche Akt der Vertragsunterzeichnung ausgeführt. Manuela Kuhlbrodt

 

Foto: Stadt Teltow/Dirk Pagels

 

Ressort: Politik

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